Bericht über die Eröffnung des Mädchenwohnheimes der Mbande-Schule in Chadiza

Als wir vor zweieinhalb Jahren mit Hilfe von Plan im Kolleginnenkreis die Sorores-Mundi-Stiftung als Treuhandstiftung gegründet haben, war es uns wichtig, ein Teil der parteilichen Mädchenbildungsarbeit von Plan zu werden. Als erstes unterstützenswertes Projekt haben wir uns den Bau des Mädchenwohnheimes für die Mbande-Schule in der Region Chadiza in Sambia ausgesucht. Uns hat das Konzept, Schülerinnen einen sicheren Schulbesuch in Verbindung mit einem Mentorinnenprogramm zu gewährleisten, einfach überzeugt.

Während der Projektreise mit Kathrin Hartkopf und Lena Lüdemann vom Plan-Stiftungszentrum im Mai diesen Jahres wollten wir die Früchte unserer Unterstützung und auch die Arbeitsweise von Plan vor Ort sehen und erleben. Es war für uns bewegend, am Tag der Eröffnung des Mädchenwohnheimes mit dabei zu sein. Beeindruckend auch, Hans Harder kennen zu lernen, der vor zwei Jahren mit seiner Frau auf einer ersten Reise den Anstoß und die Grundfinanzierung zum Bau der sicheren Übernachtungsmöglichkeit für Mädchen gab, weil er die Not sah und in Gesprächen von der gefährdeten und oftmals rechtlosen Situation der Schülerinnen erfuhr. So konnten wir zum

Gebäude noch die notwenige Ausstattung dazu finanzieren und diesen Tag mit den engagierten Planmitarbeitenden aus Sambia und Deutschland und den Schülerinnen feiern.

Schon lange hatten sie auf uns gewartet, die Schülerinnen des neuen Wohnheims, die ganze Schule, einschließlich Lehrerinnen und Lehrern, Plan-Mitarbeitenden und sogar der sambische Bildungsminister H. P. Ngoma als Ehrengast. Mit Spannung verfolgten sie, wie wir endlich in zwei Etappen ankamen, zuerst die Gruppe, dann die für deutsche Augen eher ungewöhnliche Ankunft des Gastgeschenkes für die neuen angemeldeten Mädchen: Mit sage und schreibe zwölf Matratzen auf dem Dach unseres Jeeps erreichten wir den Vorhof der Schule, wo wir mit großem „Hallo“ begrüßt wurden.

Die Matratzen kommen an
Die Matratzen kommen an

Nun konnte das Festprogramm beginnen mit vielen Reden, Tänzen, Liedern und Sketchen. Auch wir gaben unser Bestes mit noch ungeübtem Hüftschwung, als wir zum Mittanzen aufgefordert wurden und einem Mitmachlied, das wir den Kindern und Erwachsenen beibrachten. Dann kam es endlich zum lang erwarteten Moment: Die Ehrengäste und ganz besonders die zukünftigen Nutzerinnen des Wohnheimes drängelten sich aufgeregt vor dem mit pinkfarbenem Band und Luftballons geschmückten Eingangsbereich, den der Bildungsminister mit uns gemeinsam mit Hilfe einer großen Schere feierlich eröffnete. Dann war kein Halten mehr und die jungen Mädchen stürmten durch die handgeschnitzte Holztür mit dem sambischen Adlersymbol hinein und führten uns durch die noch kahlen, aber sauberen und frisch renovierten Schlafräume. Stolz demonstrierten sie uns die gerade eingebaute Solaranlage, die das Lesen und Arbeiten auch bei Dunkelheit ermöglicht. Im Gemeinschaftsraum konnten wir reden über die Schulsituation der Schülerinnen, ihre Wünsche und Träume.

Schülerinnen und Schüler mit den Matratzen
Schülerinnen und Schüler mit den Matratzen

Kaum vorstellbar für uns, dass dieser Raum in den Abendstunden mit den 12 Matratzen ausgelegt werden sollte, damit weitere Mädchen über die geplanten 32 Plätze hinaus in dem neuen Haus aufgenommen werden können. Für die Mädchen selbst war das alles kein Problem. „Wir teilen gern“, sagten sie uns, „Hauptsache, wir können alle sicher zur Schule gehen!“

Zur Feier des Tages gab es für uns deutsche Gäste afrikanisches Fingerfood mit Ziege, Hühnchen, Nschima und Gemüsesud.

Wir freuen uns, dass die Mädchen jetzt einen sicheren Ort haben, an dem sie geschützt und zum Lernen angeregt werden. Als nächste Schritte sollen durch die Fördermittel der Stiftung die Wasserversorgung verbessert, der Gemüsegarten angelegt und auch die Ausstattung der Küche und Lehrmaterialen vervollständigt werden. Die Mädchen werden bald feste Ansprechpartnerinnen bekommen, die insbesondere nachts für ihre Sicherheit sorgen. Und wir wünschen uns, dass der sambische Bildungsminister sein Versprechen einlöst und sein Ministerium selbst Verantwortung übernimmt für diese Bildungseinrichtung und die Schule weiter ausbaut und schützt.

Die jungen Unterstützerinnen unserer Stiftung wünschen sich, dass sie eines Tages über das Internet mit den Mädchen kommunizieren, Musik austauschen und Kontakte knüpfen können. Und wir „Alten“ möchten wiederkommen, spätestens in vier Jahren, und sehen, auf welche Weise die Mädchen und Verantwortlichen vor Ort diesen Ort zu ihrem Lebens- und Lernort gemacht haben.

So hoffen wir, dass die Finanzierung des Projektes in diesem Jahr zuende geführt werden kann und wir dann das neue 18 plus-Programm von Plan in Malawi unterstützen können. Dabei werden ältere Mädchen ermutigt und mit Stipendien unterstützt, einen Schulabschluss zu machen, der sie befähigt, eine Berufsausbildung zu machen oder ein Studium aufzunehmen.

Wir möchten unsere guten Wünsche für die „Schwestern der Welt“ hier wie dort mit einem Buchtitel ausdrücken, der uns bei der Besichtigung der kleinen Bibliothek der Mbande-Schule in die Hände gefallen ist: „Discover your hidden talents on your way of lifelong learning!“. Entdeck deine Talente auf dem Weg des lebenslangen Lernens. In diesem Sinne sagen wir als Mitreisende der Sorores Mundi-Stiftung Danke an alle Plan-Mitarbeitenden für eine bewegende Lernerfahrung auf unserem eigenen Weg des lebenslangen Lernens.

Susanne Zimmermann, Vorstandsvorsitzende der Stiftung

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